Natalie Angèle Renaud-Claus wurde im schönen Monat Juli an einem Seemannssonntag in Hamburg geboren und absolvierte ihre Ausbildung an der Schule für Schauspiel Hamburg. Ihr Jahrgang gewann den Friedrich-Schütter-Preis für die beste Ensembleleistung in einem Abschlussstück (»Die Bakchen« nach Euripides, Regie: Barbara Neureiter). Seit der Spielzeit 2009/2010 ist Natalie Renaud-Claus Mitglied des Schauspielensembles. Vor ihrem Engagement am Gerhart Hauptmann-Theater spielte sie u. a. »Julia« in »Romeo und Julia», »Recha« in »Nathan der Weise«, »Jule« in »Die fetten Jahre sind vorbei« (alle am Theater in der Basilika Hamburg), »Petra« in »CREEPS – Dein Weg zum Superstar« (Ernst-Deutsch-Theater Hamburg), »Roxane« in »Cyrano« (Altmühlsee-Festspiele), »Gretchen/Schauspielerin« in »Gretchen 89ff« (Theater Die Färbe, Singen) und »Violante« in »Tintentod – Das Musical« am Jungen Theater Bonn.
Zwischenfragen
Was willst Du werden, wenn Du groß bist? Multi...
Was war Dein erstes Theatererlebnis, an das Du dich erinnerst? »Die Prinzessin auf der Erbse« am Ernst-Deutsch-Theater. Da war ich vier und sehr enttäuscht. Die Prinzessin hatte nämlich so kurze Locken wie ich, das fand ich damals wohl irgendwie nicht angebracht. Das einschneidenste Erlebnis hatte ich neun Jahre später am Hamburger Schauspielhaus bei Marthalers Inszenierung von »Kasimir und Karoline« mit Josef Bierbichler – Da wusste ich: das willst du machen!
Welches Buch hat Dich in letzter Zeit fasziniert? »Nachtzug nach Lissabon« von Pascal Mercier wegen der spannenden und zugleich bedrückenden Frage: »Wenn es so ist, dass wir nur einen Teil von dem leben können, was in uns ist, was geschieht mit dem Rest?«
Welches Zitat deiner bisherigen Rollen ist Dir besonders in Erinnerung geblieben? »Jeder Mensch ist ein Abgrund...«
Wer oder was sollte Dir in Fantasien begegnen? Ein Wunder, meine Großeltern Jeanne und Paul Renaud, die ich nie kennengelernt habe und Romy Schneider, die ich sehr verehre.
Was bedeutet für Dich heute Theater? Ganz allgemein: Theater stellt Fragen nach Sinn und Unsinn des Lebens, versucht die Tiefen der menschlichen Existenz zu ergründen. Und das interessiert mich sowohl als Zuschauer als auch als Schauspieler: Menschendarstellung. Fragen, Gedankenansätze, Situationen, Erkenntnisse, die einen noch lange nach der Vorstellung begleiten und nachdenken lassen.