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KONZERT: »Liebestod« — Karsten Blüthgen — Sächsische Zeitung

Zwischen Frühling und Liebestod

Die Lausitzer Philharmoniker ehren Wagner und Strauss und eröffneten in Hoyerswerda die
50. Musikfesttage schwungvoll.


Diese Richards sind begehrt. Jeder, ob Wagner oder Strauss, hat auf seine Weise raffinierte, filigrane, sogartig anziehende Musik ersonnen. Im aktuellen Programm „Liebestod“ ehrt nun die Neue Lausitzer Philharmonie beide Klangmagier mit Szenen und Ouvertüren aus deren Opern. Die Konzertstaffel begann am Sonntag in der Lausitzhalle Hoyerswerda.

Der 150. Geburtstag im vergangenen Jahr machte auch Strauss’ „Vier letzte Lieder“ präsenter. Die Radebeulerin Stephanie Krone sang sie bereits mit der Elbland Philharmonie, Anja Harteros gastierte damit bei der Sächsischen Staatskapelle. Nun liegen diese Gipfelwerke bei den Lausitzern auf den Pulten. „Hände, lasst von allem Tun, Stirn, vergiß nun alles Denken; alle meine Sinne nun sollen sich in Schlummer senken. “Richard Strauss war 84 Jahre alt, ehe er sich Hermann Hesses Texten widmete. Drei sowie ein ebenfalls 1948 vertontes Eichendorff-Gedicht erschienen als „Vierletzte Lieder“.

Patricia Bänsch, seit 2003 am Theater Görlitz engagiert, hatte mit ihrem jugendlich-dramatischen Sopran keine Mühe, in den Vordergrund zu treten. Dazu musste Generalmusikdirektor Andrea Sanguineti sein Orchester kaum drosseln. Er lieferte den Liedern farbenreiche Gründe, traf Stimmungen genau und ließ Konzertmeister Wasilij Tarabuko und Hornist Friedrich Müller bei ihren Soli brillieren. Bänsch sang diese Strauss-Lieder erstmals. Stimmlich begegnete sie den Sätzen auf Augenhöhe, ihrem Ausdruck aber fehlten Tiefe und Überzeugungskraft. Vogelgesang, zitternde Glieder, wandermüdes Lebensende – solche Bilder waren ihr kaum abzunehmen. Anders „Isoldes Liebestod“ zum Programmende, wo Bänsch befreiter auftrat, wo man jene „höchste Lust“ erahnte, mit der Isolde, der Liebe wegen, dem Tod ins Auge sieht. Hier wie auch bei der „Holländer-Ouvertüre“ führte Sanguineti die Musiker vital und mit analytischer Schärfe, stimulierte einen Wagner-Sound, der sich gut hören ließ.

Vorab begleitete die Philharmonie die beherzte Saxofonistin Emily Güntzel bei einem „Czardas“ von Pedro Iturralde. Die 15-Jährige aus Rosenbach bei Löbau erhielt den Ehrenpreis der Stadt Hoyerswerda. Dort haben mit diesem Konzert die 50. Musikfesttage begonnen. Bis zum 10. Mai warten 14 Konzerte, auch im Schloss, in der Johanniskirche und Kulturfabrik. Unter anderem gastieren der Pianist Louis Schwizgebel, Jazzdiva Tuija Komi, die Comedy-Band Bidla Buh aus Hamburg sowie Liedermacher Gerhard Schöne.


Karsten Blüthgen
Sächsische Zeitung
21.04.2015

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