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KONZERT: »Psycho« - Jost Schmidtchen - Sächsische Zeitung

Das lebensbejahende Licht wies den Heimweg

Mit „Psycho“ erlebten die Lausitzhallenbesucher am Mittwoch ein philharmonisches Konzert der Extraklasse.


Mit ihrem 2. Philharmonischen Konzert unter der Stabführung von Kapellmeister Ulrich Kern setzte die Neue Lausitzer Philharmonie einen Glanzpunkt. Besonders der erste Teil vor der Pause trug dazu bei, mit der Suite aus der Filmmusik „Psycho“ von Bernard Herrmann und dem Konzert für Saxophon und Streicher op. 14 von Lars-Erik Larsson zwei vergessene Meisterstücke zu präsentieren.

Die Filmmusik des Mitte der 1950er Jahre in Hollywood gedrehten Horrorfilms versteht am besten, wer den Film kennt. Bei der Konzerteinführung zeigte sich, dass das in Hoyerswerda etliche sind, was selbst den Kapellmeister überraschte. Bernard Herrmann wollte mit dieser Filmmusik vom üblichen Hollywoodklischee abweichen. Das erforderte auch die Konzeption von „Psycho“: Nichts wurde explizit gezeigt, sondern es spielte sich alles nur in der Fantasie des Zuschauers ab. Auch die „Duschszene“, die als die berühmteste Szene der Filmgeschichte gilt. Der dort verübte Mord ist nicht zu sehen, nur das herabstoßende Messer im Schattenspiel. Die Ängste des Filmpublikums verursacht die Musik, vom Duschgeräusch bis zum perfekten Horror. Die Lausitzhallenbesucher waren gebannt von diesem Musikstück.

Ein Wagestück für den Solisten

Jahrzehnte vergessen war das Konzert für Saxophon und Streicher op. 14. Der südschwedische Komponist Lars-Erik Larsson komponierte es 1938. Da der Solopart sehr anspruchsvoll ist, hat sich nach Sigurd Raschér kein Saxophonist mehr an das Stück herangetraut. Das Stück ist volkstümlich, aber harmonisch und träumerisch „gewürzt“. Als Solist konnte die Neue Lausitzer Philharmonie den Altsaxophonisten Elliot Daniel Riley verpflichten. Er spielt auch im „Raschér-Saxophon-Quartett“, einem der besten Saxophonquartetts der Welt.

Der zweite Teil des Konzertes war Robert Schumann gewidmet. Mit der Komposition seiner Sinfonie Nr. 2 C-Dur op. 61 begann er 1844. In gesundheitlich schweren Zeiten, Schumann erlitt nach einer Russlandreise einen psychisch-physischen Zusammenbruch, beginnt die Entstehung des Werkes. Die ersten drei Sätze widerspiegeln des Komponisten gesundheitliche Verfassung. Von den vier Sinfonien, die er komponierte, ist die zweite seine autobiografisch am meisten geprägte. Sie führt aus dem Dunkel in die Helligkeit, von schwermütiger Melancholie im ersten Satz zu vorsichtigen Inseln der Ruhe im zweiten Satz. Im dritten Satz, der als der melancholischste gilt, kommt die Hoffnung zutage und im vierten Satz zeigt sich das durchbrechende lebensbejahende Licht. Dazu Ulrich Kern: „Dieses Licht wird Ihnen nach dem Konzert den Heimweg weisen“.

Für die Musiker, den Solisten und den Dirigenten gab es nach dem außerordentlichen Konzert lang anhaltenden Beifall.

Jost Schmidtchen
Sächsische Zeitung
24.10.2013

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Dienstag bis Freitag 10:00–18:00 Uhr
Samstag 10:00–12:30 Uhr

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