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DE FESCHE MODE

Tanzstück von Dan Pelleg und Marko E. Weigert

 
Das Verhalten Anderer nachzuäffen ist ein uraltes, genetisch bedingtes Prinzip, das wir sogar mit unseren Verwandten, den Affen, teilen. Das Nachahmen bestimmt unser Leben entscheidend mit. Babys ahmen ihre Eltern nach in Mimik und Sprache, wir unsere Vorbilder. So lernen wir, so ordnen wir uns gesellschaftlich ein, so entstehen schließlich unsere Traditionen und Kulturen.

Aus dem Nachahmen leitet sich her, was wir für angemessen und schön halten. Zu verschiedenen Zeiten kann allerdings das, was für »schön« gehalten wird, vollkommen anders sein. Wir errichten immer wieder Codes – um uns ihnen anzupassen, oder aber auch, um sie zu durchbrechen, denn Mode hat anfangs immer auch mit der Überschreitung eines Erwartungshorizonts des geltenden Geschmacks zu tun. Daher bedeutet Mode nicht immer nur Nachäffen, sondern auch bestimmten Regeln folgend ein Aneignen, Umwidmen oder Umschreiben.

Entdecken Sie in unserer neuen Produktion »Mode« mit ganz anderen Augen.

Rezension zum Stück: Görlitzer Anzeiger | Dresdner Neueste Nachrichten
 
 
1 Bewertung(en) (5,00 Sterne)
 
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Kommentar
Mike Altmann
Nach diesem Auftritt sitzend zu applaudieren, wäre endgültige Resignation vor dem Alter. Und so standen die, die es noch können und bejubelten die Tanzcompany des Gerhart-Hauptmann-Theaters in Görlitz nach der Premiere von „De Fesche Mode“. Es geht um Moden, Anpassung, Dazugehören. Dass man nicht jedem Modetrend folgen muss, zeigte das Publikum, das sich mehrheitlich in lässiger Lausitzer Haute Couture gewandet in die Uraufführung begab. Für Görlitzer Verhältnisse erstaunlich jung, gut gelaunt und zahlreich. Zeige mir eine Provinzstadt, in der modernes Tanztheater einen großen Theatersaal bis in die Ränge rauf füllt. Ergebnis unermüdlicher Arbeit der Tanzcompany und seiner kreativen Köpfe Dan Pelleg und Marco E. Weigert.

In „De Fesche Mode” darf das Körperbeherrschungskollektiv seinen Affen Süßstoff geben. Ob in High Heels oder bei der Evolution der Jeans von der Vollhose zum löchrigen Nichts. Sie tanzen, springen, rollen und rutschen auf Tischen aus glänzendem Metall. Geht es im ersten Teil noch recht gemächlich zu, zieht das Stück das Tempo nach der Pause an – und die Tänzer aus. Männerhintern zur Primetime. De Fesche Mode hat das Zeug zum Skandal. Schließlich macht es sich auch über die gute alte Oper lustig. Das Publikum johlte vor Freude über die Verballhornung der ernsten Muse in einer dreiminütigen Parodie.

Nein, dieser Tanzabend ist keine Burleske. Wir, also die feine Gesellschaft, bekommen einen Spiegel vorgehalten. Was wir darin sehen, hängt vom jeweiligen Wollen ab. Wie ein roter Faden zieht sich sacht Musik von Depeche Mode durchs Nachdenkstück. Als Fan mag man sich ein, zwei Hits mehr wünschen. In diese seichte Falle tappen Weigert und Pelleg aber nicht. Und in Sachen Musikauswahl macht ihnen ohnehin kaum jemand was vor. Keine Ahnung, wo sie den „Personal Jesus“ mit arabischem Akzent aufgetrieben haben. Ich jedenfalls kann davon nicht genug bekommen. Und ihr hoffentlich auch nicht. Geht in „De Fesche Mode“, lasst euch treiben und mitreißen in eine Welt, die wir gemeinsam besser machen können.
(26.01.2020 - 17:23 Uhr)
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INFORMATIONEN

Sa

30.05.

  • 19:30
  • Großer Saal/Görlitz
Karten nicht verfügbar

WEITERE VORSTELLUNGEN

BESETZUNG

Choreografie: Dan Pelleg , Marko E. Weigert
Ausstattung: Markus Pysall Probenleitung, Choreografieassistenz: Enrico Paglialunga
Choreografische Mitarbeit: Tänzerinnen & Tänzer der Tanzcompany
Lichtdesign: Marko E. Weigert
Soundtrackdesign: Dan Pelleg
Musikalische Probenassistenz: Ewa Zacharczyk-Kowal
Assistenz der Tanzdirektion: Ilka Bothe
Bühnenmeister: André Winkelmann
Beleuchtungsmeister: Kendy Tanzmann
Tontechnik: Sebastian Beier
Inspizienz: Piotr Ozimkowski

Es tanzen:
Amit Abend
Marianne Reynaudi
Mami Kawabata
Nami Miwa

Alexandre May
Francisco Martínez García
Harrison Claxton
Rafail Boumpoucheropoulos
Lorenzo Rispolano
Dan Pelleg

Fotos: Artjom Belan
 

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