0
MENÜ SCHLIESSEN
  • Rezensionen<
Foto: Pawel Sosnowski

»Der kleine Horrorladen« - Ines Eifler - Sächsische Zeitung

Am Rand das Beste

Das Zittauer Theater bringt mit dem »Kleinen Horrorladen« eines der meistgespielten Musicals auf die Bühne. In einer Inszenierung, die von kleinen Besonderheiten lebt.

(…) Würde es einen Preis für die beste Nebenrolle geben, dann hätte ihn Martha Pohla für ihre Rolle des Junkiemädchens vor den Türen des »Kleinen Horrorladens« verdient. Sie eröffnet das Musical, indem sie als verwahrloste, betrunkene Obdachlose ihren Einkaufswagen durchs Bild schiebt, und sendet noch am Ende schwankend betrunkene Blicke ins Publikum, als dieses schon stehend applaudiert. Die Premiere der Zittauer Musicalinszenierung am Sonnabend war ein voller Erfolg (…)

(…) Das verdankt sich besonders der Idee Dorotty Szalmas, nicht nur die Handlung des »Kleinen Horrorladens« um die wachsende Macht einer menschenfressenden Pflanze zu inszenieren, sondern dem Stück mit der zusätzlichen Figur der jungen Obdachlosen im Bühnenvordergrund eine zweite Dimension zu verleihen (…)

(…) Besser kann man den Kitsch kaum brechen, zu dem das Musical sonst neigen könnte. Dass Martha Pohla auch der Pflanze ihre dunkle Stimme leiht, so dass die eingängigen Songs zuweilen an das Musical »Hair« erinnern, ist ebenfalls eine große Stärke der Inszenierung (…)

(…) Überhaupt ist es gut, dass Dorotty Szalma manches anders macht im Vergleich zu dem oft ähnlich inszenierten Stoff, der seit fast 60 Jahren Erfolge feiert: Angefangen mit der US-amerikanischen Horrorfilmkomödie »Kleiner Laden voller Schrecken« von 1960, die als erfolgreichste Billigfilmproduktion aller Zeiten gilt, über das darauf basierende Musical, das 1982 in New York uraufgeführt wurde und eines der in Deutschland am häufigsten gespielten ist, bis zur Hollywoodneuverfilmung 1986 (…)

(…) Zum Personal des Musicals gehören drei Damen, die das Geschehen meist in Songs kommentieren (…)
(…) Sabine Krug, Renate Schneider und Patricia Hachtel unterscheiden sich allein durch ihre Figuren so deutlich voneinander, dass ihre Auftritte gut als Parodie auf sonstige Backgroundsängerinnentrios zu verstehen sind (...)

(…) Auch Seymour ist in Zittau zum Glück nicht der Nerd aus dem Film von 1986 (…)
(…) Florian Graf spielt ihn als zwar schüchternen, aber leidenschaftlichen jungen Mann, der mit starker Stimme gegen die Übermacht seiner Pflanze ansingt. Maria Weber spielt Audrey, die sich nach dem unfreiwilligen Tod ihres »Boyfriends« zu Seymour bekennt, durchaus als »etwas unbedarft«, wie es im Libretto steht, aber dennoch so, dass man trotz Trash und Satire Mitgefühl für das geschlagene Mädchen aus ärmsten Verhältnissen entwickeln kann (…)

(…) Das Bühnenbild von Udo Herbster passt mit seinen Backsteinwänden und Metalltreppen zu der heruntergekommenen Vorstadt, in der das Stück spielt (…)‎

Unsere neuen Kassenöffnungszeiten in Görlitz & Zittau

Di. bis Fr. 10:00–13:00 Uhr und 14:00–18:00 Uhr | Sa. 10:00–12:30 Uhr

Downloads

Das neue Spielzeitheft, unsere aktuellen Spielpläne und die Theaterzeitung GerHarT finden Sie hier
Downloads

Kartenkauf auf Rechnung

Für den Kartenkauf auf Rechnung nutzen Sie bitte im Spielplan den Button »RESERVIERUNG«.
Diese Website verwendet Cookies. In diesen werden jedoch keine personenbezogenen Inhalte gespeichert. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu Weitere Informationen
VERSTANDEN