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Die spanische Fliege

Schwank in drei Akten von Franz Arnold und Ernst Bach
Zeit: Gegenwart. Ort: Eine mittelgroße Stadt in der Provinz irgendwo in Deutschland. Wo genau, wissen wir nicht genau. Was wir aber genau wissen, ist: Früher, als er noch jung und noch viel lebensfroher war als heute, hatte
Mostrichfabrikant Ludwig Klinke eine brennend-heiße Affäre – heimlich, das versteht sich wohl von selbst. Eine Tänzerin namens Rosita, die sich nach dem gleichnamigen Aphrodisiakum auch die „Spanische Fliege“ nannte,
hatte dem Herren ordentlich den Kopf verdreht – eben, weil sie auf ihn wirkte, wie das berühmt-berüchtigte, vornehmlich die männliche Potenz steigernde Pülverchen aus zerriebenen Leibern des gleichnamigen grünen
Käfers der Gattung Lytta vesicatoria aus der Familie der Ölkäfer. Klinkes Gattin Emma jedenfalls durfte vom Seitensprung naturgemäß nichts wissen. Auf keinen Fall! Und selbst heute, 25 Jahre später, weiß sie noch immer
nichts davon. Schon aus „dienstlichen“ Gründen. Denn die sittenstrenge Dame engagiert sich, wie das Unternehmergattinnen gern tun, auf sozialem Gebiet – als örtliche Präsidentin des Bundes für Mutterschutz. Was wäre das

für ein Skandal, wenn öffentlich würde, dass ausgerechnet ihr Ehemann Ludwig – na, Sie wissen schon ...

Mittlerweile aber scheint die Zeit der Aufklärung gekommen! Als nämlich der Sohn einer Chemnitzer Bekannten auftaucht, den Emma mit ihrer Tochter Paula zu verheiraten gedenkt, vermutet Klinke in dem jungen Mann niemand anderen als seinen illegitimen Sohn, für den er an Rosita seit Jahren Alimente zahlt. Heimlich, versteht sich. Und obwohl das eigentlich genug Grund für tolldreiste Verwechslungen und allerlei Missverständnisse ist,
stellt sich im Laufe der turbulenten Komödie, die seit mehr als einhundert Jahren von den Bühnen in deutschen Städten jeder Größe nicht wegzudenken ist, heraus: Nicht nur der Mostrichfabrikant hat Bekanntschaft mit der
Tänzerin gemacht.‎
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