"„Produktive Verwirrung“ ist gewollt – Ist das Stück auch inhaltlich-erzählerisch herausfordernd, bietet es dafür eindrückliche sinnliche Erlebnisse auf der schwarzen Bühne – vom Glitzern der Pailletten über das Leuchten der Diskokugel und das schwarzweiße Flimmern alter Fernseher bis zum „Einfliegen“ der Briefe als sich aufdrängende Leuchtschriften.
Und große Freude macht es mitzuerleben, wie die Schauspielerinnen und der „Reh”-Darsteller die Figuren mit Leben füllen.
Autorin Svealena Kutschke sagte einmal, sie wolle in ihrem Stück „produktive Verwirrung“ stiften. Das Publikum solle keine Antworten finden, sondern angeregt werden, „Fragen in einem anderen Zusammenhang zu stellen“. Das ist mit der Zittauer Inszenierung eindeutig gelungen, denn ohne Fragen geht wohl niemand aus dem Stück."
Ines Eifler, Sächsische Zeitung
"Martha Pohla, Katharina Stehr und Sabine Krug harmonieren sehr gut miteinander und rechtfertigen besonders in den vielen schwierigen Passagen, die im Chor gesprochen werden, ihre Besetzung für das Stück. Auch Maria Weber spielt die Imbißverkäuferin in gewohnter Souveränität. Das Timing der vier Frauenrollen ist perfekt und gibt dem Stück Geschwindigkeit. Josef Pietschmann spielt die Rolle des Reh überzeugend und macht neugierig auf die weitere Entwicklung des jungen, noch in der Ausbildung befindlichen Schauspielers.
Regisseurin Jimena Echeverri Ramirez und Dramaturgin Xenia Ytterstedt es ist im Zusammenspiel mit der Ausstattung von Sven Hansen gelungen, den Text auf die Bühne zu bringen und das Publikum zu fesseln. Das klingt banal, ist es aber tatsächlich nicht, denn wenn wir ehrlich sind, passiert im Stück nicht wirklich viel sichtbares auf der Bühne - der Großteil sind Dialoge, Monologe - einzeln oder im Chor. Und dennoch kommt hier niemals visuelle Langeweile auf. Die harte Arbeit des Ensembles hat sich gelohnt."
Kai Grebasch, Ranting Ovation