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Fräulein Julie

Tragödie von August Strindberg
Mittsommernacht auf einem schwedischen Landgut. Die junge Adlige Julie genießt das Fest. In der aufgeheizten Atmosphäre bricht sie aus ihrem von strengen Regeln und Normen bestimmten Leben aus und feiert ausgelassen mit der Dienerschaft. Ja, sie tanzt, trinkt, flirtet und trifft auf den gebildeten wie weltgewandten Hausdiener Jean. Und obwohl Julie weiß, dass er mit der Köchin Kristin verlobt ist, reizt und provoziert sie ihn, sich
ihrer erotischenWirkung sehr bewusst. Ein Spiel um Liebe und Macht beginnt, ein Kampf, indem es am Ende keinen Sieger geben wird. Im Licht des erwachenden Tageswird deutlich, dass erotische Anziehung soziale
Schranken nicht überwinden kann.

Julie, bereit, für eine Beziehung mit Jean ihren Adelstitel und ihre Heimat aufzugeben, wird von ihm, nachdem sie miteinander geschlafen haben, zurückgewiesen. Jetzt sind die Rollen vertauscht. Jean hat Julie nur als Mätresse und Geldgeberin bei der Verwirklichung seiner beruflichen Pläne gesehen. Gedemütigt und ihrer Jungfräulichkeit durch einen Bediensteten beraubt,sieht sie sich mit Jeans Behauptung konfrontiert, es gäbe für sie nureinen Ausweg.

Liebe und Macht, Selbstbehauptung und Unterwerfung, sozialer Status, Rollenerwartungen und deren Überschreitung sind die zentralen Themen in August Strindbergs Tragödie über Einsamkeit, Egoismus, Gier und Verrat. In einem der schönsten Höfe Zittaus, dem Hof des einstigen Franziskanerklosters, inszeniert die Regisseurin Beatrix Schwarzbach das unmittelbar nach seiner Entstehung von der schwedischen Zensur verbotene und deshalb 1889 in Kopenhagen uraufgeführte Trauerspiel als intensiven Tanz durch die Nacht mit zwischen sommerlicher Leichtigkeit und bitterer Finsternis. ‎
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