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Jawoll!

Tanzstück von Dan Pelleg und Marko E. Weigert
Uraufführung
Freitag05.04.
  • 19:30 Uhr
  • Dauer: 1 Stunde 15 Minuten ohne Pause
  • Haus Zittau Hinterm Eisernen Vorhang
  • Tanz
  • ab 11,00 EUR
  • iCalendar
Ohne Gerichtsverfahren in Isolationshaft zu sterben, weil man die Regierung beleidigt hat – würde sich irgendjemand einen Staat wünschen, in dem solche Verhältnisse die Norm sind? Sicher nicht. Doch noch immer begegnen wir Menschen, die nach so genannten starken Männern rufen, nach „geregelten Verhältnissen“, ja nach „Zucht und Ordnung“. Manch einer wünscht sich klare Autoritäten, einer die DDR zurück und andere relativieren sogar die Zeit des Nationalsozialismus. Immer wieder verfallen Menschen der angeblich charismatischen Verlockung durch Despoten und Diktatoren. Was ist so anziehend an autoritären Regimen, ja gar an faschistischen Ideen, dass wir den Wunsch nach der starken Hand oder dem starken Staat einfach nicht loswerden?

Erich Fromm und Theodor W. Adorno glaubten, einen Typus identifiziert zu haben, der sich nach missbräuchlichen, unterdrückerisch-unterwürfigen Beziehungen sehnt: den „autoritären Charakter“, der Stärke bewundert, Konformität und Hierarchie gutheißt und Gewalt verherrlicht, der Individualität verurteilt und Sensibilität und Selbstreflexion verachtet.

Begeben Sie sich mit uns auf eine fesselnde Spurensuche nach dem Konflikt, der vielleicht in vielen von uns schlummert: dem zwischen unserer Sehnsucht nach Freiheit und dem Impuls, ihr zu entsagen. ‎
Besetzung
Ensemble

Protagonist, der Sohn u.a.
Filippo Nannucci

Protagonist, der Liebende u.a.
Jun Wang

Protagonist, der Vater u.a.
Edgar Ioannis Avetikyan

Mutter, Ehefrau des Protagonisten u.a.
Nora Hageneier

Schwester, Tochter des Protagonisten u.a.
Eefje van den Bergen

Die Führerin u.a.
Elise de Heer

Anstifterin u.a.
Sara Nicastro

Anstifter u.a.
Jacob Borchert Vahlun

Altarknabe u.a.
Gilda de Vecchis

Priester im Beichtstuhl u.a.
Lorenzo Rispolano

Pöbelhetzerin u.a.
Viktoria Lesch

Pöbelhetzer u.a.
Dan Pelleg
Regie & Ausstattung

Künstlerische Leitung, Konzept, Choreografie, Inszenierung
Dan Pelleg, Marko E. Weigert

Choreografische Mitwirkung
Tänzer:innen der Tanzcompagnie

Ausstattung
Britta Bremer

Lichtdesign
Marko E. Weigert

Soundtrackdesign
Dan Pelleg

Videobearbeitung
Marko E. Weigert, Britta Bremer


Inspizienz
Piotr Ozimkowski
Bühnenmeister
Jens Pöschel
Bewertungen & Kommentare
Eine sehr spannende Auseinandersetzung mit Authoritarismus. Insgesammt Eine sehr einprägsame und Gelungene Vorstellung.
Ein Stück, genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, hervorragend getanzt und gespielt, voller Hingabe und Aufgehen der Tänzerinnen und Tänzer in ihren Rollen und im Zusammenspiel miteinander. Sehr besonders der Einstieg in das Stück schon vor Beginn der Vorstellung durch die unmittelbare Nähe von Publikum und Künstler*innen, die einen auf gruselige Weise faszinieren und erschaudern lassen.
Aber es wäre nicht die Wee Dance Company und die Arbeit von Dan Pelleg und Marko E. Weigert, wenn es da nicht auch einen Platz für Liebe und Hoffnung gäbe, berührend, ganz ohne Kitsch, und einfach wunderbar getanzt.
Eigentlich müsste ich hier aufhören, aber das Besondere an diesem Abend war auch dieses Mal wieder, dass das Publikum mit den Künstler*innen noch ins Gespräch gehen konnte. Ich kann das nur empfehlen, auch einfach nur, um anderen zuzuhören und der Offenheit der Künstler*innen zu lauschen, Überraschendes zu erfahren und vielleicht auch plötzlich selbst eine Frage zu stellen.
Eine unglaublich beeindruckende Erfahrung und zudem ein Stück mit enormer Relevanz.
Der Tanz, das Licht, der Ort… es war ein einzigartiges Zusammenspiel von so vielen Emotionen. Danke für diesen Nachmittag!
Ein wirklich fesselndes Stück! Sowohl die tänzerische als auch die schauspielerische Leistung der Darsteller sorgen für ein unglaubliches Gesamtergebnis. Trotz der ernsten Thematik ein wirklich schöner Abend, vielen Dank!
Unter dem Eindruck des Spielzeitbanners und an dem Geschichtsträchtigen Ort ( der Synagoge ) vorgetragen,
ein dichter , eindrucksvoller Vortrag. Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welcher Intensität und in welcher Vielfalt die Tanzcompany in Görlitz Themen und Inhalte so nah an der Zeit abzubilden vermag. Starke physische Präsenz unter einer Leitung, die , wie mir später in der Fragestunde klar wurde, nichts dem Zufall überlässt. Eine große Bereicherung für mich und Görlitz. Viele Dank !
Ein intensiver, dichter, sensibler und bildgewaltiger Tanzabend, der mich von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann gezogen hat. Choreographisch sowie tänzerisch meisterhaft umgesetzt mit einer mutigen, ehrlichen und zugleich feinfühligen Art über die Abgründe menschlicher Realitäten zu erzählen. Ich habe gebangt, war schockiert, zu tiefst bewegt und habe mir viele Fragen gestellt. Eine großartige Arbeit dieser Tanzcompany unter der Leitung von Marko E. Weigert und Dan Pelleg, die so eine Bereicherung für das Görlitzer Theater und die gesamte Kulturlandschaft sind!
Die Aufführung hat mir sehr gut gefallen und auch die Nähe des Publikums zum Geschehen auf der Bühne und das Ambiente der Görlitzer Synagoge passt gut. Die Notwendigkeit, wegen dem Brand im Theater auf andere Spielstätten auszuweichen oder ausweichen zu müssen, hier war die Aufführung in der Synagoge, könnte sich noch positiv für das Theater herausstellen. Es ist gut, das das Theater noch mehr nach draussen geht. Toll finde ich auch die Möglichkeit am Schluss Fragen stellen zu können und mit dem Tanzensemble in Kontakt zu kommen. Und viele junge Menschen im Publikum. Sehr schön.
Das war wieder eine Inszenierung auf höchstem Niveau. Intellektueller Anspruch, tolle Choreographie, perfektes Ambiente. Vielen Dank an die für Görlitz und das Theater so wichtige Tanzcompany. Gerade hier wird auch jüngeres Publikum angesprochen und Interesse für das Theater geweckt.
Berührend, fesselnd, facettenreich - das Ergebnis einer genialen Teamarbeit. Choreografie, Sound, Licht, Ausstattung und natürlich die authentischen Tänzerinnen und Tänzer - dazu der passende Ort. Es stimmte alles. Als einer meiner Schüler nach der Vorstellung meinte "und am Ende war der Sohn ja der Vater und alles ging von vorn los" war spätestens da klar - man kann Geschichten auch ohne Worte erzählen.
Dass es so etwas in Görlitz gibt, ist schon erstaunlich. Chapeau!

Kraftvoll, laut, zerrissen, beeindruckend und doch waren auch Zwischentöne vorhanden. Ein Blick in die Abgründe des Menschen.
Ein faszinierend umgesetztes Thema!
Danke an alle Beteiligten, aber vor allem an die wunderbaren Tänzer.
Sehr geniale Inszenierung und actionreich. Beeindruckender Tanz! Allerdings brachten wir Tanz und Titel nicht zusammen.
Ein Stück von ungeheurer Intensität. 80 Minuten die mir als Zuschauer kaum Zeit gaben zu entspannen. Bedrohlich, beängstigend und großartig. In diesen Zeiten ein absolutes Muss.
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