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Nur ein Teil

Zwangsarbeit Zittwerke | Künstlerisches Projekt in tschechisch-deutscher Koproduktion
Im Rahmen von Tacheles! Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen
Kostenlos: Zählkarten an der Theaterkasse.
Freitag08.05.
  • 18:30 Uhr
  • FABRIKA 1861 | Bavlnářská 137, 513 01 Semily-Podmoklice, Tschechien
  • Extra
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Im Zuge der Bombardierung kriegswichtiger Industrien im Zweiten Weltkrieg verlagerte die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG die Montage ihrer Motoren in Gebiete außerhalb der Reichweite alliierter Flieger. Unter anderem entstanden Anlagen im damaligen Zittauer Ortsteil Großporitsch/­Kleinschönau (heute: Porajów/­Sieniawka) und im böhmischen Semil (Semily). Wie so viele Industriebetriebe in Deutschland bediente sich Junkers dabei Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Im Werk Semily wurden in der Hauptsache tschechische Bürgerinnen und Bürger zum Arbeitsdienst verpflichtet, während in Zittau Menschen aus zahlreichen Nationen arbeiten mussten. Zudem ließen sich die Werkbetreiber Gefangene aus den Konzentrationslagern bringen.
Die Arbeiterinnen und Arbeiter der sogenannten Zittwerke wurden mit unterschiedlichen Rechten und Freiheiten versehen: Während sich Menschen aus westlichen Ländern nahezu frei in der Region bewegen durften, wurden Menschen aus dem Osten wesentlich stärker eingeschränkt. Jüdische Arbeiterinnen und Arbeiter waren einer deutlich größeren Unterdrückung und Gewalt ausgesetzt.
Das tatsächliche Ergebnis ihrer Arbeit konnten viele von ihnen kaum nachvollziehen. Oft hatten sie nur Maschinen- oder Motorenteile vor sich, deren Funktion ihnen gänzlich unbekannt war. Letztlich wurden die Ausgebeuteten selbst nur als austauschbare Teile betrachtet, die zum Sterben zurückgelassen wurden, wenn sie nicht mehr funktionierten.

Die Performance Nur ein Teil basiert auf der Biografie der Niederländerin Maria-Elisabeth Pouwels, der Kurzgeschichte „Eine Haube aus Glas“ von Nava Semel sowie dem Bericht von Alexander Schneider, der als Dreizehnjähriger seinen Vater in Sieniawka beerdigte.
Eine Produktion von IMUZA und dem Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau mit Unterstützung des Deutsch-Tschechischer Zukunftsfond und der Theaterfreunde Zittau
Im Rahmen des Projekts der Städtischen Museen Zittau, weitere Infos unter zittau.de/​­neues-projekt-der-staedtischen-museen-zittau
Besetzung
Konzept, Fassung und Spiel
Martha Pohla, Elise de Heer, Jana Kubánková
Regie und Video
Ingo Putz

Choreographie
Elise de Heer

Musik und Choreographie Violine
Jana Kubánková
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Mit freundlicher Unterstützung
Unser Dank gilt PhDr. Tomáš Chvátal PhD. und Prof. Dr. Ing. Joseph Tomlow sowie Armin Pietsch für relevante Informationen und historische Fakten und Inspirationen zum Thema. Wir danken außerdem der Fabrica 1861 in Semily (ehem. Zittwerke-Fabrik) für die Möglichkeit, die Theateraufführung direkt in ihren Räumlichkeiten zu realisieren. Ebenfalls danken wir dem Museum und der Pojizerská-Galerie in Semily sowie dem Stadtmuseum in Zittau.